|
Zeus-Reporter, 07.09.2011, Janneke van Schaik, Klasse 8c, Peter-Weiss-Gesamtschule, Unna
Svenja steht in sechs Metern Höhe zwischen den Bäumen und befestigt sich an dem Sicherungsseil, das sich über dem Board befindet. Sie stellt sich wagemutig auf das Brett, das nur an einem Drahtseil zwischen zwei Bäumen befestigt ist. Schon beginnt die rasante Fahrt zwischen Busch und Baum. Ein Zeus-Reporter war im Kletterpark.
Svenja ist heil auf der anderen Seite angekommen. Sie erzählt aufgeregt: „Ich habe einen richtigen Adrenalinkick bekommen.“ Als sie auf der anderen Seite auf der nächste Plattform gelandet ist, geht es auch schon weiter in dem Parcours.
„Es gibt in diesem Kletterpark elf Parcours mit 140 spannenden Kletterelementen“ erzählt uns Jan Schürmann, einer der Hochseilgärtner. „Man muss sich immer gut sichern, denn es gab auch schon mal heftigere Verletzungen, beispielsweise Verstauchungen, Knochenbrüche und das schlimmste bisher war ein Rippenbruch. Doch wenn man die Anweisungen meines Kollegen beachtet, kann nichts passieren“. Wie ein Kartoffelsack in den Bäumen
Als Svenja den Klettergurt von Jan Braun, dem zweiten Hochseilgärtner, angelegt bekommt, sagt sie, dass er sehr schwer sei und sie einenge. Doch Jan meint: „Wenn man erstmal anfängt, gewöhnt man sich daran.“ Nur noch die Handschuhe anziehen, die auch sehr wichtig für das Klettern sind, dann geht es gleich weiter zur Einführung, damit man in den Baumwipfeln auch gut zurecht kommt. Als Gast braucht man keine Vorkenntnisse und Erfahrung, denn es wird einem gezeigt, wie man sich sichert und alle Gegenstände der Ausrüstung richtig einsetzt.
Jan Braun erklärt alles sehr ausführlich: Wie man mit den Karabinern umgeht. Das sind die Haken, mit denen man sich sichern muss. Und er zeigt auch, was man machen soll, wenn man abrutscht und in den Seilen hängt. Ganz leicht sieht es aus, als der 22-Jährige sich zuerst mit den Füßen am Drahtseil abstützt, die Beine darüber schwingt und dann locker plaudernd auf dem Seil sitzt. „Zum Glück ist bei mir nichts passiert, denn ich glaube dass ich dort wie ein Kartoffelsack in den Bäumen hängen würde“, sagt Svenja über ihre Kletterpartie und lacht. „Man hat aber trotzdem Angst, dass man herunterfällt, obwohl man gesichert ist.“
Als es dann an die erste Hochseilrutsche geht, bekommt Svenja weiche Knie. Obwohl man sich mit der Seilrolle am Drahtseil befestigt, um auch gut gleiten zu können, ändert das nichts daran, dass man nur in diesem Gurt sitzt und die Beine hoch über dem Boden baumeln. „Doch für das Klettern müsst ihr euch merken, dass wir auch kleine Hindernisse eingebaut haben, um euch das Leben etwas schwerer zu machen“, witzelt Jan. Ins Leere kippen
Als Svenja an diesem Tag in den Park kommt, ist es sehr ruhig, bei schönem Wetter können aber bis zu 220 Personen in dem Hochseilgarten klettern. In diesem Jahr sollen auch mehr Leute kommen als im vorherigen. „Es wird auch schon mal voll, wenn wir eine Veranstaltung machen, dann muss man schon warten, bevor man überhaupt hochklettern darf“, erklärt uns einer der Hochseilgärtner. Denn wir sind eher ein sportlicher Hochseilgarten, andere Klettergärten kann man auch in Pumps schaffen, das wäre ja langweilig“, sagt Jan Schürmann grinsend. „Unseren Kletterpark „tree 2 tree“ gibt es übrigens dreimal in NRW: in Duisburg, in Oberhausen und in Dortmund.“
Svenja ist beim nächsten Parcours, und somit geht es auch zu neuen Herausforderungen. Wie Jan Schürmann schon sagte:„ Zum Klettern braucht man nur Mut und etwas Leichtsinn.“ Svenja klettert die erste Leiter hoch. Im Schneckentempo, denn sie muss sich immer wieder neu sichern. Dann, oben angekommen, macht sie sich an dem Drahtseil über ihr mit den Karabinern fest. Es geht über einen dünnen, schwankenden Baum der in der Luft hängt. Zum Ende hin geht es noch einmal sehr weit nach oben.
An einer Leiter, die in sieben Meter Höhe, am Rand einer Plattform hin und der schaukelt, geht es noch steiler hinauf. Svenja klettert mit viel Mut nach oben. Dort angekommen, steht sie auf einer Plattform in neun Metern Höhe. Und unter ihr ist nur der so weit entfernte Boden. Sie nimmt die Seilrolle und macht sich an dem Drahtseil von der 70 Meter langen Seilrutsche fest. Sie atmet noch einmal tief durch und überprüft ihre Seilrolle und die Karabiner, dann lässt sie sich nach vorne ins Leere kippen und hängt sich in ihren Gurt. Ihre Haare flattern im Wind und die Waldluft umhüllt sie mit Tannengeruch. Svenja nähert sich dem Boden, sie wird immer schneller, sie berührt mit ihren Füßen schon die Blätter der Büsche und landet auf der vorletzten Plattform. Dann noch über eine Seilbrücke geklettert und schon hat sie wieder festen Boden unter den Füßen.
Info: Bis Ende September haben die Hochseilgärten von 9 bis 19.30 Uhr geöffnet, dann bis zum 6. November von 9 Uhr bis zum Sonnenuntergang. |