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DerWesten, Unna, 23.10.2009, Mareike Sehr
Unna/Dortmund. „Verdammt, ist das sch... hoch”, klagt Jannik (11), der gerade eine schwankende Strickleiter empor geklettert ist und jetzt in vier Metern Höhe auf einer Baumplattform steht: und das trotz seiner Höhenangst.
Die anderen Kinder seiner Gruppe haben den Aufstieg schon hinter sich gebracht und turnen bereits vergnügt zwischen den Bäumen. Doch Jannik bleibt tapfer. Höchst konzentriert überwindet er Hindernis für Hindernis und absolviert schließlich zwei komplette Hochseilparcours in gut vier bis sechs Metern über dem Waldboden.
Was hier nach einer erfolgreichen Höhenangst-Therapie klingt, ist in Wirklichkeit eine vom Kinder- und Jugendbüro Unna organisierte Tour im Rahmen ihres Herbstferienprogramms. Am vergangenen Donnerstag ging es für sieben Jugendliche hoch hinaus - im Hochseilgarten „Tree2Tree” im Revierpark Wischlingen bei Dortmund. Die Kinder sollten sich neuen Herausforderungen stellen und sich dabei selbst einschätzen lernen – bis an die persönlichen Grenzen. „Wo ist dein Limit?”, das Motto des Ausflugs ist Programm. Nach einer Sicherheitseinweisung heißt es für die Kids Höhenluft schnuppern – hinauf zu den ersten beiden Hochseilstrecken F1 und F2. Die Bezeichnung „Funparcours” ist allerdings weit untertrieben, denn mit Höhen von vier bis sechs Metern sind weiche Knie vorprogrammiert. Die drei Teilnehmerinnen Anni, Melanie, Lisa und Betreuerin Julia sind besonders mutig: Sie sparen sich die erste Strecke und starten direkt auf Funparcours 2 durch. Mutig geht es über wackelige Kletter- und Balancierelemente, Hölzer, Balken und Drahtseile. Eine gute Stunde können die Kids in einem der Parcours verbringen, so einfallsreich und aufregend sind die einzelnen Abschnitte in luftiger Höhe. Eine echte Herausforderung eben.
Der Besuch von Hochseilgärten ist gerade im Bereich der Erlebnispädagogik ein wichtiger Bestandteil geworden. „Das Selbstwertgefühl der Kinder wird gestärkt und die gegenseitige Unterstützung gefördert”, erklärt Stefan Hemke, Streetworker des Kinder- und Jugendbüros Unna. Das stimmt, und die Kinder helfen sich, wo sie nur können. Frederik (13) gehört dabei zu den alten Hasen und teilt seine Erfahrungen gerne mit den anderen Teilnehmern. Schon vier Hochseilgärten hat er besucht, kein Wunder, dass ihn nichts mehr erschüttern kann. Er liebt es, „richtig Gas zu geben”, und da kommt er im Wischlinger Hochseilgarten voll auf seine Kosten. Das Highlight: Mit gut 20 Stundenkilometern, an einer Seilrolle hängend, 130 Meter von Baum zu Baum rasen.
Die schnellsten Kids schaffen während ihres Aufenthalts auch noch den so genannten „Einsteigerparcours”, in einer Höhe von bereits fünf bis zehn Metern. Nach drei Stunden in den Bäumen sind die Jugendlichen völlig geschafft, klagen über Arm- und Beinschmerzen. Am schwierigsten, da sind sich alle einig, waren die elenden Aufstiege an den Strickleitern – da verlassen einen ziemlich schnell die Kräfte. Dennoch: Den Jugendlichen haben das Klettern und die unterschiedlichen Fahrten an der Seilrolle unheimlich viel Spaß gemacht.
Info: Hochseilgarten „Tree2Tree” Dortmund, Höfkerstraße 12, 44149 Dortmund im Revierpark Wischlingen. Weitere Informationen zu Öffnungszeiten und Preisen: www.tree2tree.de |