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DerWesten, 22.01.2012, Daniel Paul
Was im Winter geht, wäre im Sommer undenkbar. Denn heute hat Ingo Haengse Zeit, mit seiner kleinen Tochter Lee am Hochseilgarten in Duisburg-Wedau vorbei zu schauen.
Kinderwagen schieben statt Werkeln ist für den 42-Jährigen angesagt. Der Familienvater ist technischer Betriebsleiter im Hochseilgarten „tree2tree“ an der Regattabahn. Und im Sommer streift sich Ingo Haengse seine Arbeitskleidung bereits um 8 Uhr in der Früh über. 13 Stunden Arbeit täglich sind dann keine Seltenheit. „Mit dem anschließenden Aufräumen sind wir vor 21 Uhr meist nicht fertig“, erklärt der gebürtige Hannoveraner. Zeit für seine Tochter
Zeit für seine Tochter, gerade einmal neun Monate jung, bleibt da kaum. Daher genießt er die Wintermonate umso mehr. Eben wie heute. Spazieren gehen statt in den Seilen zu hängen. Die Kleine füttern statt andere ins Klettern einzuweihen.
Seinen Job bezeichnet er dennoch als „Traumberuf“. Vor fünf Jahren stieg er ein. „Aus purem Zufall“, wie er betont, zog es ihn ins Ruhrgebiet. In Niedersachsen war der 42-Jährige in einem Autohaus angestellt. Im Urlaub in den spanischen Pyrenäen lernte er den damaligen Betriebsleiter von tree2tree kennen. Natürlich beim Klettern. „Wir haben gequatscht und irgendwann kam halt die Frage, ob ich interessiert sei.“ Seither lebt er in Oberhausen, fährt täglich mit dem Fahrrad die 25 Kilometer zur Arbeit nach Duisburg und ist damit einfach nur „glücklich.“
Zurück zum Winter, zurück zur Regattabahn. Hier wird gerade der gesamte Kletterparcours, stolze 95.000 Quadratmeter groß, auf Vordermann gebracht. Haengses Mitarbeiter Taip Dema klettert blitzschnell einen Baum hoch, Wahnsinn, in welchem Tempo. Höhenangst hat hier keiner. Mit seinem Bruder Mumi erneuert Taip die Elemente. Statt auf Euro-Paletten werden die Besucher demnächst auf Bowlingkegeln einen Teil des Parcours überqueren. „Die Kletterelemente werden repariert, teilweise auch ausgetauscht, um Abwechslung reinzubringen“, erklärt Ingo Haengse, der dabei immer wieder ein Auge auf die Arbeit der Brüder wirft. Reparaturen dauern bis zu sechs Wochen
Vier bis sechs Wochen dauern die Reparaturen an. Dann geht’s zum nächsten tree2tree-Gelände. Erst nach Oberhausen, dann nach Dortmund. Und alles fängt von vorne an. „Das Bauen ist eintönig“, sagt der 42-Jährige und sehnt sich langsam aber sicher wieder nach den ersten Sonnenstrahlen. „Dann geht’s auch wieder heiß her. Darauf freue ich mich.“ Doch bevor die Hochseilgärten ihre Pforten öffnen, nimmt der TÜV noch mal alles genauer unter die Lupe. Sicherheit geht eben vor.
Bis die Besucher, 2011 waren es rund 115.000, wieder auf die zahlreichen Bäume klettern, in rund zehn Metern Höhe quer über den Parallelkanal „rutschen“, wie es der Fachmann nennt, oder einfach nur die Natur aus einer anderen Perspektive genießen, vergeht noch ein wenig Zeit.
Zeit, die Ingo Haengse vor allem für eines nutzt. Für seine kleine Tochter Lee. |
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Ein Surfboard im Kletterpark |
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Zeus-Reporter, 07.09.2011, Janneke van Schaik, Klasse 8c, Peter-Weiss-Gesamtschule, Unna
Svenja steht in sechs Metern Höhe zwischen den Bäumen und befestigt sich an dem Sicherungsseil, das sich über dem Board befindet. Sie stellt sich wagemutig auf das Brett, das nur an einem Drahtseil zwischen zwei Bäumen befestigt ist. Schon beginnt die rasante Fahrt zwischen Busch und Baum. Ein Zeus-Reporter war im Kletterpark.
Svenja ist heil auf der anderen Seite angekommen. Sie erzählt aufgeregt: „Ich habe einen richtigen Adrenalinkick bekommen.“ Als sie auf der anderen Seite auf der nächste Plattform gelandet ist, geht es auch schon weiter in dem Parcours.
„Es gibt in diesem Kletterpark elf Parcours mit 140 spannenden Kletterelementen“ erzählt uns Jan Schürmann, einer der Hochseilgärtner. „Man muss sich immer gut sichern, denn es gab auch schon mal heftigere Verletzungen, beispielsweise Verstauchungen, Knochenbrüche und das schlimmste bisher war ein Rippenbruch. Doch wenn man die Anweisungen meines Kollegen beachtet, kann nichts passieren“. Wie ein Kartoffelsack in den Bäumen
Als Svenja den Klettergurt von Jan Braun, dem zweiten Hochseilgärtner, angelegt bekommt, sagt sie, dass er sehr schwer sei und sie einenge. Doch Jan meint: „Wenn man erstmal anfängt, gewöhnt man sich daran.“ Nur noch die Handschuhe anziehen, die auch sehr wichtig für das Klettern sind, dann geht es gleich weiter zur Einführung, damit man in den Baumwipfeln auch gut zurecht kommt. Als Gast braucht man keine Vorkenntnisse und Erfahrung, denn es wird einem gezeigt, wie man sich sichert und alle Gegenstände der Ausrüstung richtig einsetzt.
Jan Braun erklärt alles sehr ausführlich: Wie man mit den Karabinern umgeht. Das sind die Haken, mit denen man sich sichern muss. Und er zeigt auch, was man machen soll, wenn man abrutscht und in den Seilen hängt. Ganz leicht sieht es aus, als der 22-Jährige sich zuerst mit den Füßen am Drahtseil abstützt, die Beine darüber schwingt und dann locker plaudernd auf dem Seil sitzt. „Zum Glück ist bei mir nichts passiert, denn ich glaube dass ich dort wie ein Kartoffelsack in den Bäumen hängen würde“, sagt Svenja über ihre Kletterpartie und lacht. „Man hat aber trotzdem Angst, dass man herunterfällt, obwohl man gesichert ist.“
Als es dann an die erste Hochseilrutsche geht, bekommt Svenja weiche Knie. Obwohl man sich mit der Seilrolle am Drahtseil befestigt, um auch gut gleiten zu können, ändert das nichts daran, dass man nur in diesem Gurt sitzt und die Beine hoch über dem Boden baumeln. „Doch für das Klettern müsst ihr euch merken, dass wir auch kleine Hindernisse eingebaut haben, um euch das Leben etwas schwerer zu machen“, witzelt Jan. Ins Leere kippen
Als Svenja an diesem Tag in den Park kommt, ist es sehr ruhig, bei schönem Wetter können aber bis zu 220 Personen in dem Hochseilgarten klettern. In diesem Jahr sollen auch mehr Leute kommen als im vorherigen. „Es wird auch schon mal voll, wenn wir eine Veranstaltung machen, dann muss man schon warten, bevor man überhaupt hochklettern darf“, erklärt uns einer der Hochseilgärtner. Denn wir sind eher ein sportlicher Hochseilgarten, andere Klettergärten kann man auch in Pumps schaffen, das wäre ja langweilig“, sagt Jan Schürmann grinsend. „Unseren Kletterpark „tree 2 tree“ gibt es übrigens dreimal in NRW: in Duisburg, in Oberhausen und in Dortmund.“
Svenja ist beim nächsten Parcours, und somit geht es auch zu neuen Herausforderungen. Wie Jan Schürmann schon sagte:„ Zum Klettern braucht man nur Mut und etwas Leichtsinn.“ Svenja klettert die erste Leiter hoch. Im Schneckentempo, denn sie muss sich immer wieder neu sichern. Dann, oben angekommen, macht sie sich an dem Drahtseil über ihr mit den Karabinern fest. Es geht über einen dünnen, schwankenden Baum der in der Luft hängt. Zum Ende hin geht es noch einmal sehr weit nach oben.
An einer Leiter, die in sieben Meter Höhe, am Rand einer Plattform hin und der schaukelt, geht es noch steiler hinauf. Svenja klettert mit viel Mut nach oben. Dort angekommen, steht sie auf einer Plattform in neun Metern Höhe. Und unter ihr ist nur der so weit entfernte Boden. Sie nimmt die Seilrolle und macht sich an dem Drahtseil von der 70 Meter langen Seilrutsche fest. Sie atmet noch einmal tief durch und überprüft ihre Seilrolle und die Karabiner, dann lässt sie sich nach vorne ins Leere kippen und hängt sich in ihren Gurt. Ihre Haare flattern im Wind und die Waldluft umhüllt sie mit Tannengeruch. Svenja nähert sich dem Boden, sie wird immer schneller, sie berührt mit ihren Füßen schon die Blätter der Büsche und landet auf der vorletzten Plattform. Dann noch über eine Seilbrücke geklettert und schon hat sie wieder festen Boden unter den Füßen.
Info: Bis Ende September haben die Hochseilgärten von 9 bis 19.30 Uhr geöffnet, dann bis zum 6. November von 9 Uhr bis zum Sonnenuntergang. |
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Landjugend wagte sich hoch hinaus |
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WA.de, 03.08.2011, http://www.wa.de/nachrichten/kreis-coesfeld/herbern/landjugend-wagte-sich-hoch-hinaus-1347487.html
HERBERN. Fast 20 Jugendliche der Katholischen Landjugend Herbern wagten am Sonntagnachmittag ein Abenteuer der besonderen Art. Im tree2tree-Hochseilgarten im Dortmunder Revierpark Wischlingen hangelten sich die Mädchen und Jungen in bis zu 14 Metern Höhe von Baum zu Baum.
Die verschiedenen Parcours mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden forderten den Jugendlichen Mut, Selbstvertrauen und Geschicklichkeit ab.
Nach einer Sicherheitseinweisung und einer kurzen Klettereinführung erkundete die Gruppe den Kletterwald selbstständig. Zwischen den Plattformen auf den Bäumen galt es, Hindernisse zu bewältigen. Nicht nur die Drahtseile, die Wackelbrücken, die Tarzan-Liane oder Seilschaukel sorgten für so manchen Nervenkitzel. Auch bei der bis zu 120 Meter langen Seilrutsche mussten alle zunächst einmal ihren inneren Schweinehund überwinden.
Einhellige Meinung der Kletterer: „Der Spaß kam dabei definitiv nicht zu kurz“, sagen sie begeistert. Und vor allem waren die Teilnehmer schon im Vorfeld überzeugt: „Muskelkater werden wir mit Sicherheit alle haben.“ |
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42-Jähriger aus Oberhausen betreibt Müsli-Versand-Shop im Internet |
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DerWesten, 29.03.2011, Sarah Eul
Béla Kubick betreibt in Oberhausen den Online-Versand müsli.de. Dort kann man sich sein eigenes Müsli zusammenstellen und nach Hause liefern lassen. Sogar die deutsche Fußballnationalmannschaft hat das Müsli-Mischen bereits für sich entdeckt.
Unscheinbar ist das graue Tor an der Elpenbachstraße. Nicht einmal ein Schild gibt Hinweis darauf, was sich hinter dem Sichtschutz verbirgt. Schade, denn Haferflocken-Fans und Rosinen-Liebhaber würden hier ein wahres Schlaraffenland vorfinden.
Auf rund 70 Quadratmetern hat Béla Kubick Quartier bezogen. Der 42-Jährige ist Geschäftsführer von müsli.de, einer Internetplattform auf der sich Fans von Getreide und getrockneten Früchten ihre eigene Cerealien-Mischung zusammen stellen können. Ein Frühstück 2.0 eben.
Im Januar 2009 hat ein Freund Kubicks das Unternehmen gegründet. Hatte sogar den Sportmoderator Kai Ebel als Werbepaten gewinnen können. Doch trotz der Mühen: „Das Konzept ging nicht auf“, so Kubick. Gerade einmal sechs Müsli-Bestellungen gingen am Tag ein. Ein Unterfangen, das sich unternehmerisch wenig rechnete. Also suchte sein Freund einen Nachfolger, „und fragte mich, ob ich nicht jemanden kennen würde, der müsli.de gern kaufen möchte“. Natürlich kannte Kubick da jemanden. Insgesamt 70 verschiedene Bio-Zutaten
„Doch zuvor musste ich das Ganze erst mit meiner Freundin besprechen.“ Lange Überzeugungsarbeit brauchte er nicht. Seit nunmehr einem Jahr sind Béla Kubick und seine Freundin Sandra Prim die Chefmischer vom Dienst in den Lagerräumen an der Elpenbachstraße. Unterstützt werden sie zudem durch Sandras Mutter, Brigitte Kunze.
Nach der Übernahme der Geschäfte handelte Kubick, der in Oberhausen zusammen mit einem Kollegen auch den Klettergarten Tree2Tree betreibt, auch gleich. Das Logo wurde ein wenig verändert. „Und auch der Internetauftritt musste dringend überarbeitet werden.“ Denn schließlich findet hier das eigentliche Geschäft statt. Müsli-Fans können im Netz fertige Kreationen, natürlich alle von Cerealien-Chefmischer Kubick selbst getestet, kaufen oder sich eben ein eigenes aus über 70 Bio-Zutaten selbst zusammenstellen. Besonders beliebt als Zutaten sind Klassiker wie getrocknete Erd- oder Himbeeren. Aber auch eher exotisches wie Gojibeeren, Gummibären aber auch Blütenpollen. „Wir sind aber auch stets offen für neue Vorschläge seitens der Kunden, was denn so alles in ein Müsli kann.“ Jede Zutat wird einzeln abgewogen Müsli mixen
Rund 50 Müsli-Bestellungen gehen am Tag ein. Was genau der Kunde wünscht, zeigt ein Bildschirm in der Mischzentrale an. Sofort geht es dann los. Aus kleinen Plastikbehältern werden die Müslis immer frisch hergestellt. Wenn etwas fehlt, geht es ins große Lager, wo Haferflocken in 25-Kilo-Säcken lagern oder auch große Kisten mit Bananen-Chips im Schokomantel für die Kunden bereit stehen. Jede Zutat wird einzeln abgewogen und später mit den anderen vermengt. Zum Schluss kommt das Müsli Marke Eigenbau, dem jeder auch einen eigenen Namen geben darf, in die speziellen Müsli.de-Dosen. Rund 580 Gramm sind in einer Dose. „Aber eigentlich ist immer ein wenig mehr drin“, so Kubick.
Rund 30 Prozent der Bestellungen kommen von Stammkunden, schätzt Kubick. Doch neben diesen versorgt der Oberhausener auch andere mit seinen Müslis aus Bio-Zutaten. Zum Beispiel die Gäste des Hyatts Düsseldorf. Oder auch die Geschäftskunden von Barilla. Doch noch jemand löffelte in den vergangenen Tagen Müsli made in Oberhausen. Und zwar die Spieler der Deutschen Fußballnationalmannschaft. |
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DerWesten, 17.10.2009, Annette Kalscheur
Mit rotglühenden Wangen sitzen sie glücklich-erschöpft auf Bierbänken, kauen an Salami-Brötchen, tanken Energie. Denn rauf wollen sie alle wieder, klettern, kraxeln, sich beweisen. Dabei sah das vor zwei Stunden noch ganz anders aus.
Die Kinder vom städtischen Bauspielplatz Fuchsstraße in Wanheimerort sind auf dem Kletterparcours Tree2Tree an der Wedau. Sie nennen das Ausflug, Experten würden es Erlebnispädagogik nennen. Noch lieber „Wagnispädagogik”, sagt zumindest Jan Schulz, der als Sozialpädagoge im Auftrag des Paritätischen Familienhilfe sofort vor Ort in Wanheimerort leistet.
Da er privat Klettererfahrung hat, coacht er die Acht bis Elf-Jährigen, hilft beim Anziehen der Sicherungsgurte, erklärt die Funktion der Karabiner-Haken. Dass die Dinger auf gut Deutsch ,Federnde Verschlusshaken' heißen, hilft den Kids auch nicht weiter. Das Einhaken ist nicht einfach. Mit einem Karabiner sichern, mit dem anderen weitergehen. Und schon steht wieder jemand mit zwei Karabinern in der Hand ungesichert da. Kein Problem, solange auf dem Übungsparcour noch fester Boden unter den Füßen ist. Schlecht, wenn zwischen Fuß und Boden zwei Meter Luft sind.
Nach einer Weile sitzt das Prinzip und die Kinder legen los, erklimmen über einen schrägen Stamm den luftigen Weg zwischen den Bäumen. Jetzt setzen sie ihre eigenen Schritte, eigenverantwortlich, testen ihre Grenzen aus. Manche zaghaft und wackelig, andere fast tollkühn, mutig, der „ich bin der König der Luft”-Gedanke endet nicht selten im Absturz. Aber wer so in den Seilen hängt, lernt, dass Gehirn einschalten vor Geschwindigkeit gehen kann. Und die Zaghaften, die ohne Durchhänger ins Ziel kommen, lernen ebenfalls: Langsamkeit ist grundsätzlich nicht schlecht. Und: Nur wer wagt, gewinnt. Oder auch: Der Weg ist das Ziel. Und überhaupt: Hey, ich kann was!
Entstanden ist die Idee mit der Wagnispädagogik als Outdoor-Trip im Arbeitskreis Kinder und Jugend in Wanheimerort. Hier sitzen Vertreter von Schulen, Jugendzentren, Bauspielplatz und Familienhilfe zusammen und unterstützen sich gegenseitig. Sie sehen fast alle die gleichen Kinder, tauschen sich aus über Entwicklungsschritte, besondere Ereignisse im schulischen oder privaten Umfeld, Verhaltensauffälligkeiten und dergleichen mehr aus. „Kurze Dienstwege unter bekannten Gesichtern” nennt Ulrich Klein das. Der Erzieher ist Leiter des Bauspielplatzes und eine väterliche Autorität. Auch wenn er selbst Höhenangst hat („eine ganz legitime Furcht”) und das ganze vom sicheren Boden aus begleitet
Er ist überzeugt von dem Nutzen solcher Aktionen: „In drei Metern Höhe zu sagen, ich mach das nicht, an der Gruppe vorbei zurückgehen und Nein sagen, das ist doch wohl mutig!” So lernten die Kinder und Jugendlichen, nicht immer bei allem mitzumachen, das Selbstbewusstsein zu haben, Nein zu sagen. Und im Ernstfall nicht mitzukloppen, wenn einer am Boden liegt und die ganze Gruppe mit zieht.
Inzwischen sind die Kinder schon in ihrer zweiten Runde, haben wackelige Hängebrücken überschritten, sind auf Stämmen balanciert, mit Schlitten und Kinderfahrrad durch die Luft gerauscht und haben sich durch ein grünes Netz hopsen lassen. Hier und da gab es auch mal Tränen, die achtjährige Milaine weiß wohl, dass es ihr Spaß macht, aber dass die Angst ganz weg wäre, kann sie noch nicht bestätigen. Egal. Weitermachen. Schritt für Schritt sind sie sicherer, vor allem eigenständiger geworden. „Das ist ja auch die Idee der Pädagogik, irgendwann überflüssig zu sein, zumal permanent Nachschub kommt”, erzählen Klein und Schulz.
Für Jan Schulz, den „Beziehungsgestalter”, ist die Aktion auch ein Weg, Schwellenängste abzubauen, Kontakte zu entwickeln. Regelmäßig gibt er Sprechstunden in der GGS Eschenstraße, hilft bei Schulstreitigkeiten oder auch innerfamiliären Problemen. „Ich unterstütze sie in ihrem Lebensweltsystem. In Krisenfällen vermittele ich auch weitere Unterstützung”, erzählt er. Seine Botschaft haben die Kinder sicherlich mitgenommen: Der Schulz ist okay, an den kann man sich wenden, wenn man mal in den Seilen hängt. |
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