Von Baum zu Baum PDF Afdrukken E-mailadres
17.01.2008 / NRZ Lokalausgabe

FRIEDHELM THELEN

Schon zu Jahresbeginn war Peter Greulich begeistert. "Der Hochseilgarten wird ein Highlight - vor allem die 200 Meter lange Seilrutsche über dem Parallelkanal", schwärmte der Stadtdirektor und Umweltdezernent Duisburgs von dem Angebot, das rund um die Regattabahn Wedau und deren neuen Rückführkanal unter dem Namen "Wasserwelt Wedau" entstehen wird. Nun steht auch fest, wer den Naturhochseilgarten in Duisburg bauen und betreiben wird.

Den Zuschlag nach der Ausschreibung erhielt die Oberhausener Firma "Tree2Tree" - was auf Deutsch so viel heißt wie "Von Baum zu Baum". Und das ist genau das, worum es auch an der Regattabahn gehen wird.

So wird neben der großen Seilrutsche über dem Parallelkanal unter anderem auch ein "Marathon-Parcours" entlang des Weges entstehen. "Und wie es sich für einen Marathon gehört: mit 42 Stationen", berichtet "Tree2Tree"-Geschäftsführer Martin Bürgers. "Das wird wahrscheinlich der längste Hochseilgarten Deutschlands sein. Ein Element wird um die 20 Meter lang sein."

Seilrutsche startet in 18 Metern Höhe

Die Höhe wird "moderat" sein, erklärt Bürgers. "So um die zehn Meter. Nur der Startpunkt der Seilrutsche wird bei 18 Metern liegen." Und dieser Startpunkt ist auch die einzige Stelle, wo ein künstlicher Träger aufgebaut werden muss. "Es gibt dort einfach keinen Baum, der das an dieser Stelle halten könnte", so der Geschäftsführer. Der Rest des Hochseilgartens wird in die Bäume hinein gebaut - so wie es auch schon im Oberhausener Hochseilgarten am Gasometer nahe des Centros zu sehen ist, den die Firma seit zwei Jahren betreibt. Zu den Osterferien soll ein weiterer Garten in Dortmund entstehen; Duisburg wird schließlich das dritte und auch größte Angebot von "Tree2Tree" darstellen.

"Außer robuster Kleidung müssen die Besucher nichts mitbringen", erläutert Bürgers. Die Kletter-Ausrüstung wird zur Verfügung gestellt. "Die Leute werden unter Aufsicht durch einen Trainingsparcours geführt. Wenn sie den bestehen, dürfen sie in den eigentlichen Garten." In den übrigen Elementen können sich die Besucher frei bewegen. "Aber es ist immer Aufsichtspersonal in der Nähe, um eingreifen oder helfen zu können."

Besondere Fitness ist nicht nötig, aber Mut

Besondere sportliche Fitness ist dafür nicht nötig. "Es geht eher um Mut, Selbstvertrauen und Geschicklichkeit." So soll es wie in Oberhausen auch einen Teambereich geben, wo Gruppen lernen können, sich aufeinander zu verlassen. Auch ein Sportbereich und ein Bereich für Kinder soll entstehen.

"Tree2Tree" wird rund 400 000 Euro in den Hochseilgarten investieren. "Am 14. Februar wird es noch einen Ratsbeschluss geben. Aber den Zuschlag für den Bau haben wir bereits sicher", so Bürgers. Sechs bis sieben Mitarbeiter werden an Wochenenden tätig sein, drei bis vier unter der Woche. Selbst Kinder ab einem Meter Körpergröße können bereits im Oberhausener Garten klettern. "Der Hochseilgarten wird wie in Oberhausen TÜV-geprüft sein", unterstricht Bürgers den Sicherheitsaspekt. Die Besucher sind mit zwei Karabinerhaken ausgerüstet, von denen "mindestens einer immer eingehakt sein muss". Den Hochseilgarten am Oberhausener Gasometer betreibt "Tree2Tree" bereits seit rund zwei Jahren. Dabei legt das Unternehmen viel Wert auf Sicherheit. Neben "Otto Normalverbaucher" nehmen auf Sportvereine das Angebot an. (Foto: Kerstin Bögeholz)

TAGESKARTE FÜR 22 Euro Zu den Sommerferien soll alles fertig sein. "Vielleicht können wir den Marathon-Parcours sogar schon vorab im Mai eröffnen", plant "Tree2Tree"-Geschäftsführer Martin Bürgers. Eine Tageskarte kostet derzeit in Oberhausen für Erwachsene 22 Euro, für Jugendliche bis 16 Jahre 17 Euro; Kinder ab einem Meter Größe bis zehn Jahre zahlen elf Euro. Darüber hinaus gibt es Familien-, Gruppen- und Schulklassenangebote. Im Internet sind die Betreiber des Hochseilgartens unter www.tree2tree.de zu finden.
 
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