| Auf dem Drahtseil |
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Genau daran scheint mein Kletter-Selbstversuch im Hochseilgarten Tree2Tree im Revierpark Wischlingen zu scheitern. Für die Einführung mit Trainer Ali Isik soll es zwar erst einmal nur drei Meter in die Höhe gehen, aber so eine Strickleiter hat manchmal ihren eigenen Willen. Hilflos hänge ich mit hochrotem Kopf zwischen den Sprossen fest und versuche bis zur Plattform zu kommen. Auch für Unsportliche geeignetWarum ich klettern wollte, ist mir in dieser Lage eher schleierhaft. „Habe ich erwähnt, dass ich furchtbar unsportlich bin?”, rufe ich Ali zu. Das sei kein Problem: „Den leichten Parcours kann jeder schaffen, ich war vor Kurzem noch mit einem untrainierten Freund hier.” So ganz glaube ich Ali das noch nicht.
Nach einigem Bangen komme ich doch noch oben an und Ali erinnert mich an die Sicherheitsregel: „Einer der Karabiner an Eurem Gurt muss immer an der Sicherheitsleine hängen”. Eigentlich bin ich schwindelfrei, aber als ich über die wackelnden Holzbalken schleiche, schlägt mir das Herz bis zum Hals. Wieder nach unten soll ich dann auch noch im Flug: An einem Stahlseil festmachen und in Richtung Boden rutschen. „Du klammerst Dich ein bisschen so an die Leine, als ob Dein Leben davon abhinge”, ruft mir Ali zu. Genauso fühle ich mich auch. Aber nach unten muss ich wohl oder übel, also lasse ich endlich von der Plattform ab und rutsche nach unten. „Sobald du den Boden berührst, mit den Füßen stoppen”, hat mir Ali geraten. Der Boden kommt jedoch so schnell auf mich zu, dass meine Beine nicht mitkommen. Ich bremse eher unsanft mit dem Hinterteil. Während ich im Dreck liege, muss ich zugeben: Das hat Spaß gemacht. Also weiter zum ersten Parcours. Die als leicht ausgewiesene Strecke hat 16 Stationen in einer Höhe von fünf bis elf Metern. Hört sich nicht sehr hoch an, sieht von oben aber so aus. Trainer Ali schaut von unten zu. Seinen Job macht er übrigens gern: „Klettern ist für mich Adrenalinkick und Erholung zugleich.” Hängebrücken und DrahtseileNach Erholung sehen die Hindernisse für mich nicht aus. Beim Weg über Drahtseile und Hängebrücken werde ich aber mit der Zeit mutiger - zumindest ein wenig. Als meine Angst so langsam verschwindet und der Spaß aufkommt, wird es auch schon schwieriger. Auf zwei wackelnden Drahtseilen gehen, und mit den Beinen über Holzkreuze klettern. Irgendwie schaffe ich auch das und es winkt nur noch ein entspannter Abschluss: Mit der Seilrutsche geht es zurück zur Erde. Während Ali mich wieder aus dem Sicherheitsgut schält fragt er, wie es gewesen sei. Ich bringe nur ein geschafftes: „Ganz gut” hervor. Insgeheim bin ich aber stolz. Und ich muss mich korrigieren: Das war besser als „ganz gut”, ein bisschen Aufregung hat noch keinem geschadet. Man muss sich nur trauen - und die Leiter rauf kommen. |





