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DerWesten, Niederrhein, 29.07.2009, Markus Peters
Duisburg. Kletterpark, Wasserski und Wakeboard: Im Duisburger Sportpark Wedau ist seit 90 Jahren Aktiv-Erholung angesagt. 200 Hektar ist das Areal groß.
Der Park ist ein Schnäppchen. Ein echtes Schnäppchen. Für schlappe 100 Reichsmark hatte 1919 der damalige Duisburger Oberbürgermeister Karl Jarres den Krupp-Oberen das Gelände rund um die drei Kiesabgrabungen Berta-, Barbara- und Margaretensee abgeschwatzt. Einzige Bedingung: Dort sollte ein Sport- und Erholungsgebiet für die Duisburger Bevölkerung errichtet werden. Mit Stadion und Strandbad.
Auftrag ausgeführt: In den 90 Jahren seiner Existenz ist dort auf 200 Hektar eines der größten zusammenhängenden Sport- und Freizeitareale in Deutschland entstanden. Und in den vergangenen Jahren wurde nochmals kräftig investiert. An der Stelle des maroden Wedaustadions steht heute die moderne MSV–Arena. Der zwei Kilometer langen Regattabahn wurde - gegen den Widerstand von Naturschützern - ein Parallelkanal für 18 Millionen Euro spendiert, um international konkurrenzfähig zu bleiben.
Großer Abenteuerspielplatz Zeitgleich wurde am Ufer auch ein riesiger Wasserspielplatz für die Kleinen und im benachbarten Waldstück ein gigantischer Abenteuerspielpatz für die Großen errichtet. Ein Klettergarten mit 110 Elementen auf fünf verschiedenen Parcours. Die Marathon-Variante hat 42 verschiedene Elemente und führt bis zu 24 Meter hoch über den Parallelkanal. Michel „wie der aus Lönneberga” Kasperek und seine beiden Schwestern Merle und Eda aus Hünxe nehmen diese Route in Angriff.
„Das ist mal was anderes”, sagt der 21-jährige Zivildienstleistende und klettert fix die Holzsprossen der Aufstiegsleiter hinauf. „Normalerweise spiele ich eher Golf”, erklärt seine Schwester Merle. Doch auch auf dem wenige Zentimeter breiten Stahlseil bewegt sie sich zielsicher. „Wenn das verdammte Seil nur nicht so wackeln würde...”
Macht aber nichts: „Oben geblieben ist noch keiner”, beruhigt Ingo Haengse, Betriebsleiter der Anlage in Duisburg. Insgesamt 80 Leute hat das Unternehmen, das Klettergärte auch in Oberhausen am Gasometer und im Dortmunder Revierpark Wischlingen unterhält, beschäftigt. „Die sind alle in der Höhenrettung ausgebildet.” Permanent patrouillieren die Helfer durch den Wald, um nach dem Rechten zu sehen oder um einzugreifen.
"Immer gegenläufig einhaken" .„Sorry Manuel, kannst Du mir mal den Handschuh hochwerfen”, ruft Michel, der am dritten Hindernis prompt den linken verloren hat. Der ist wichtig. Sonst drohen böse Quetschungen. Schnell verklemmt sich sonst ein Finger zwischen Winde und Seil. „Die beiden Karabiner immer gegenläufig einhaken”, bläut Manuel schon vor dem Start allen Kletterern ein. Und: „Beim Umsichern immer einen Karabiner nach dem anderem nehmen. Schon ein befestigter Stahlhaken würde ausreichen, um das Gewicht einer ausgewachsenen Person zu tragen.
„Wenn man die Anweisungen befolgt, kann eigentlich nichts passieren”, betont Ingo Haengse, der nicht nur genau auf den Sitz der Gurte achtet, sondern jeden der maximal 200 Kletterer auf der Anlage erstmal vorturnen lässt. Mittlerweile sind Michel, Merle und Eda am 17. Element angekommen. Durch ein Netz hindurch geht es hoch über den Parallelkanal hinauf auf fast 24 Meter Höhe. „Nichts für Schwindler”, grinst der 17-jährige Till. Über zwei Drahtseile geht es hinauf zum Höhepunkt der rund zwei- bis dreistündigen Kletterpartie: Die über zweihundert Meter lange Seilrutsche quer über den Kanal wieder hinüber auf die andere Seite. „Yippieee”, brüllt Michel, streckt Arme und Beine von sich und lässt sich kichernd über dem glitzernden Wasser hinuntergleiten.
Wer nach dem Marathon immer noch nicht genug hat, kann sich noch auf dem Extrem-Parcours austoben. „Eda, da gibt's dann gar kein Halteseil mehr”, versucht Michel seiner jüngsten Schwester einzureden.
Nervenkitzel beschert auch die Wasserski- und Wakeboard–Anlage, die im Strandbad Wedau am Margaretensee in Betrieb ist. Wer sich nicht zu Höherem berufen fühlt, kann dort auf der Wasser-Fläche gleiten.
Der Sportpark Wedau:
Tree2Tree Hochseilgarten: In den Sommerferien geöffnet von 9 bis 21.30 Uhr. Preise: zwischen 11-24 € für vier Stunden. Außerdem gibt es in Duisburg noch einen Klettergarten am Ruhrdeich (www.climbingpark.de), sowie bei schlechten Wetter die Red-Point Klertterhalle am Sternbuschweg. Erfahrene Kletterer können sich auf 7000 Quadratmetern im Landschaftspark Nord tummeln.
Strandbad Wedau: täglich 13 Uhr bis Sonnenuntergang, Wasserski und Wakeboard für eine Stunde zwischen 10,50 € und 14 € plus Ausrüstung.
Freibad Wolfssee (Sechs-Seen-Platte): Geöffnet zwischen 10- 20 Uhr.Eintritt zwischen 2 und 3,50 €.
Außerdem kann man im Sportpark auch prima joggen. spazieren oder sich mit den Kindern auf den Wasserwelten tummeln. Natürlich kostenlos.
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